Lessingstadt Kamenz Dezernat Kultur
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Konzert
Oktober
Sonntag, 17.10.2010 KOLOSSAL
1. Philharmonisches Konzert

John Cage (1912 - 1992) 4'33''
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) KONZERT FÜR KLAVIER UND ORCHESTER NR. 5 Es-Dur, op. 73
Anton Bruckner (1824 - 1896) SINFONIE NR. 1 c-Moll (WAB 101)

Matthias Kirschnereit, Klavier
GMD Eckehard Stier, Dirigent
Beginn: 16.00 Uhr





Das von jeglichem Instrument oder Ensemble realisierbare Projekt, ein Tacet-Stück im wahrsten Sinn des Wortes, wurde in einer denkwürdigen Veranstaltung Ende August 1952 in Woodstock von David Tudor in einer Fassung für Klavier erstmals konkretisiert, deren Dauer von 4'33" dem Stück seinen Titel verschaffte. Der Sinn dieser konzertmäßig präsentierten Nicht-Aufführung von Musik lag wohl weniger in der Provokation des Publikums als in der Absicht, durch das Schweigen des Interpreten die Zuhörerschaft zur bewussten ästhetischen Wahrnehmung der akustischen Umwelt anzuregen.

Das ES-DUR-KLAVIERKONZERT schließt eine Epoche ab und eröffnet eine neue: Die fest eingearbeiteten Kadenzen sowie das Ineinanderlaufen des langsamen Mittelsatzes und des Schlussrondos wurden Modelle für die Romantiker. Beethoven fixierte mit dem Glanz und der Heroik dieses Werkes eine Perspektive, von der sich jüngere Meister wie Weber, Chopin und Mendelssohn gleichsam erst einmal "erholen" mussten, ehe Liszt und Brahms in ihren Beiträgen zur Gattung ähnlich bedeutende neue Lösungen schaffen konnten. Mit seinem Opus 73 schuf Beethoven das herrische, selbstbewusst Gegenstück zum meist introvertierten G-Dur-Konzert. Den Glanz seines Werkes vermochte Beethoven nicht mehr selbst der Öffentlichkeit vorzustellen. Die fortschreitende Taubheit hatte seiner Virtuosen-karriere zwangsläufig ein Ende gesetzt.

Als Bruckner seine ERSTE komponierte, steckte die Gattung Sinfonie in einer Krise. Aber Bruckner begann - ebenso wie gleichzeitig Brahms und Tschaikowsky - ganz "unzeitgemäß", Symphonien zu komponieren. Die große Form, der machtvolle Orchesterklang - sie bestimmen die Brucknersche Sinfonik. Bereits in der Ersten Sinfonie konstruiert Bruckner das kolossal-instrumentale Form-Gebäude: die Monumental-Sinfonie. Die Uraufführung der SINFONIE, die Bruckner selbst dirigierte, fand am 9. Mai 1868 in Linz statt. 1877 unterzog Bruckner das Werk einer Revision; diese stellt mit dem Uraufführungsmaterial den Text für die heutige Gesamtausgabe, die "Linzer Fassung" dar.
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November
Samstag, 21.11.2010 Russische Seele
Kammerkonzert mit Musikern der Neuen Lausitzer Philharmonie
Beginn: 16.00 Uhr

Werke von Sergei Prokofiew und Henryk Wieniawski
Violine: Wasilij Tarabuko
Klavier: Izabela Heliňska

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Januar
Sonntag, 02.01.2011 AUFFORDERUNG ZUM TANZ
3. Philharmonisches Konzert - Neujahrskonzert

Carl Maria von Weber (1786 - 1826) / Hector Berlioz (1803 - 1869) AUFFORDERUNG ZUM TANZ
Bedrich Smetana (1824 - 1884) DIE VERKAUFTE BRAUT - Furiant, Polka Springtanz
Camille Saint-Saëns (1835 - 1921) SAMSON UND DELILAH - Bacchanale
Giuseppe Verdi (1813 - 1901) AIDA - Drei Tänze
Alexander Borodin (1833 - 1887) FÜRST IGOR - Polowetzer Tänze
Amilcare Ponchielli (1834 - 1886) LA GIOCONDA - Tanz der Stunden


Mark Rohde, Moderation & Dirigent
Beginn: 16.00 Uhr


Das 1819 veröffentlichte Klavierstück AUFFORDERUNG ZUM TANZ hatte Weber nicht für eine visuelle Darstellung vorgesehen. Als aber die Pariser Oper 1841 den FREISCHÜTZ herausbrachte, verlangte die Gepflogenheit des Hauses eine Balletteinlage. Weber war aber schon verstorben, und Hector Berlioz wurde beauftragt, das Problem zu lösen. Über den Auftrag nicht besonders glücklich, wählte er das genannte Klavierstück aus, um daraus eine Orchesterfassung anzufertigen, die beim Publikum sehr gut ankam. Bei den Franzosen blieb L'INVITATION À LA VALSE lange Zeit untrennbar mir dem FREISCHÜTZ verbunden.

Möglicherweise direkt vor Ort fing Camille Saint-Saëns das exotische Kolorit für das BACCHANALE seiner biblischen Oper SAMSON ET DALILA ein, als er 1873 Nordafrika bereiste. Die Melodie des türkischen Marsches, den er in das BACCHANALE integrierte, ist jedenfalls einem arabischen Modus entnommen. Holz- und Metallkastagnetten sowie Tamburin und Handklappern tun ein Übriges, um in dieser sich orgiastisch steigernden Szene ein buntschillerndes Bild der heidnischen Welt der Philister zu entwerfen.

Giuseppe Verdis ursprünglich als Festoper zur Eröffnung des Suezkanals (1869) vorgesehene AIDA, die dann doch erst 1871 in Kairo Premiere hatte, kann als eines der ersten Beispiele "Exotismus" betrachtet werden. Hier finden sich die farbigsten Orientalismen in den Tänzen der Priesterinnen und Mohren. Um einen gewissen Grad an Authentizität durchaus bemüht, ließ Verdi für die Uraufführung eigens Trompeten in lang gestreckter Form nach altägyptischem Vorbild anfertigen, die beim Triumphmarsch auf der Bühne erklingen sollten.

Tanzeinlagen waren in der Oper des 19. Jahrhunderts aber nicht allein dem Bereich der "Couleur locale" vorbehalten, sie konnten auch als Festszene in die Handlung eingegliedert werden, wie es in Amilcare Ponchiellis LA GIOCONDA der Fall ist. Auf dem Höhepunkt der Handlung wird im dritten Akt zur Unterhaltung und Ablenkung einer aristokratischen Festgesellschaft ein Ballett dargeboten: DER TANZ DER STUNDEN.


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März
Sonntag, 13.03.2011 ROMANTISCH
5. Philharmonisches Konzert

John Corigliano (*1938) ELEGY
Richard Strauss (1864 - 1949) KONZERT FÜR OBOE UND KLEINES ORCHESTER D-Dur op. 144
Robert Schumann (1810 - 1856) SINFONIE NR. 4 d-Moll op. 120

Stefan Goethe, Oboe
GMD Eckehard Stier, Dirigent
Beginn: 16.00 Uhr


Die Samuel Barber gewidmete ELEGY war Coriglianos erstes Stück für Orchester. Er hatte im Jahre 1965 diese für ein ganz kleines Ensemble bestimmte Musik für die Off-Broadway-Inszenierung von Wallace Greys Stück HELEN geschrieben. Zum Hintergrund des Stücks sagt Corigliano: Die Musik war im Theaterstück die Begleitung zu einer Liebesszene. Trotz Helenas immer noch hoher Schönheit haftete dieser Situation eine gewisse Unwahrschein­lich­keit an, die eine bittersüße Liebesszene ergab.

Richard Strauss schrieb das OBOENKONZERT im Sommer 1945 auf Anregung des jungen Oboisten John de Lancie, der ihn als amerikanischer Offizier in Garmisch aufgesucht hatte. Was nach einer Gelegenheitsarbeit aussah und in den Augen des greisen Meisters zunächst kaum mehr als eine "Handgelenksübung" war, wurde zu einem grandiosen Zeugnis des Altersstils. Hier geht es in gewisser Weise um "letzte Dinge", von denen die Musik kündet: um Melancholie, Trauer und Wissen um die Vergänglichkeit, auch wohl ein wenig Resignation, aber sie wird überstrahlt von heiterer Altersweisheit und Ausbrüchen geradezu jugendlicher Lebenslust.

Nachdem der Entstehung der ERSTEN SINFONIE in kürzester Zeit die Kompositionen von OUVERTÜRE, SCHERZO UND FINALE sowie der FANTASIE FÜR KLAVIER UND ORCHESTER gefolgt waren, arbeitete Schumann bereits im Mai 1841 an seiner SINFONIE in d-Moll, deren Instrumentation nach langem Ringen am 9. September abgeschlossen wurde. Die Uraufführung dieses Werkes am 6. Dezember 1841 im Leipziger Gewandhaus überzeugte Schumann offenbar so wenig, dass er es vorerst nicht in die Zählung seiner Sinfonien übernahm und jahrelang liegen ließ. Erst zehn Jahre später, im Dezember 1851, begann er mit einer Umarbeitung. Diese neue Fassung der VIERTEN wollte Schumann zunächst mit dem Titel SYMPHONISTISCHE PHANTASIE versehen, entschloss sich später allerdings wieder Für die Bezeichnung "Sinfonie", unter der das Werk am 3. März 1853 im Düsseldorfer Musikverein auch uraufgeführt wurde.
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Mai
Sonntag, 08.05.2011 Bilder einer Ausstellung
Kammerkonzert mit Musikern der Neuen Lausitzer Philharmonie
Beginn: 16:00Uhr

Werke von Modest Mussorgsky und Claude Debussy

Saxophon: Hartmut Schardt
Klavier: Olga Dribas